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diesen Seiten findet ihr einen kleinen Beitrag zur Volkskunde in Westfalen. Das
1180 geschaffene Herzogtum Westfalen umfasste nur einen Teil des Sauerlandes
südlich der Lippe. Das napoleonische Königreich (1807 - 1813) wurde aus
preußischen, hessischen und anderen Besitzungen gegründet. Die preußische
Provinz Westfalen entstand 1815 aus dem alten westfälischem Kerngebiet, der
früheren Grafschaft Sayn-Wittgenstein und der Abtei Essen. 1946 wurden
Westfalen und die nördliche Rheinprovinz mit dem Land Lippe zum Land
Nordrhein-Westfalen verbunden.
Schwerpunkt dieser
Seiten liegt auf den Ess- und Trinkgewohnheiten der westfälischen
Bewohner. Und obwohl Westfalen immer als ein Bauernland angesehen wurde, ist es
doch auch das Land vieler Industrien und des Handwerks. Und manche Leineweber-
oder Tagelöhnerfrau musste, um alle Familienmitglieder satt zu bekommen,
recht erfinderisch wirtschaften.
an lebte bescheiden von den Erzeugnissen aus Feld, Garten und Hof. Nur an
besonderen Tagen gönnte man sich die Zeit und das Vergnügen ausgiebig zu
tafeln. Natürlich entwickelten sich hier, wie auch anderenorts, besondere
Essgewohnheiten, Gerichte und Getränke, bedingt durch den Tagesablauf und den
"Status" als Selbstversorger.
Die körperlich schwere Arbeit bestimmte den Alltag. Der Sonntag blieb der
Kontaktpflege zu Verwandten und Nachbarn vorbehalten. Das schuf ein
Zusammengehörigkeitsgefühl und förderte die Hilfsbereitschaft. Eine
Hilfsbereitschaft die man in der heutigen Zeit vielfach vergeblich sucht:
schlicht, aber herzlich und mitsorgend. |
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bwohl
die gute Brühe zu Beginn einer Mahlzeit auch früher schon beliebt war, blieb
diese doch den Sonn- und Feiertagen vorbehalten. Denn die Arbeiten um Haus,
Hof und Feld ließ ein zeitaufwendiges Kochen an den Werktagen nicht zu.
Morgens zum 1. Frühstück gab es warme, kräftige Soppen, Grützen oder
Milchsuppen. Zum 2. Frühstück belegte Brote, Knabbeln oder Wurstebrote.
Mittags aß man einen Suppen- oder Gemüseeintopf, der, hinten auf die
Kochmaschine gestellt, den ganzen Vormittag leicht vor sich hinkochte. Ein
Aufpassen erübrigte sich und brachte Zeitgewinn für andere Arbeiten. Diese
Eintöpfe wurden so reichlich gekocht, dass sie abends auch noch langten.
Beilagen zu den Eintöpfen waren Pfannkuchen, Hering oder mitgekochter Speck.
er Organismus setzte diese fett- und gehaltvolle Kost in Energie für die körperlichen
schweren Tätigkeiten um. Sie ist unter den heutigen Lebensbedingungen höchstens
noch aus nostalgischen Gründen hin und wieder nachzukochen.
Von vitaminschonendem und kalorienbewusstem Kochen war damals nicht die Rede.
Und die Vorräte hätten auch kaum ausgereicht, um die vielen Tischgenossen
preiswert zu sättigen. |
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