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| Rezepte
Fleischgerichte 1 |
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| Falsches
Kotelett |
Zutaten:
4 Scheiben (je 125-150 g) durchwachsener frischer oder leicht angeräucherter
Bauchspeck (1 cm dick geschnitten)
Panade:
etwas Mehl
1 Ei
Paniermehl
Fett zum Braten |
Zubereitung:
Den
Speck in Mehl, verschlagenem Ei und Paniermehl wenden und in heißem Fett von
beiden Seiten braten.
Falsches Kotelett wurde häufig zu Salzkartoffeln und gebackenen Bohnen oder
zu einem beliebigen Eintopf gegessen. |
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| Pfefferpotthast |
Aus der Chronik |
Zutaten:
1
kg Rinderkamm
1 Teel. Salz
500 g Zwiebeln in Scheiben
70 g Schmalz
10 Pfefferkörner im Mörser zerstampft
1 gr. Lorbeerblatt
2 Nelken
1 Eßl. Kapern
1 Liter Fleischbrühe
Saft od. geriebene Schale einer Zitrone
etwas Bier
Paniermehl
grob gemahlener Pfeffer |
Zubereitung:
Das
Fett wird in einer großen Kasserolle erhitz. Das in große Würfel
geschnittenen Fleisch wird unter häufigem Wenden nur kurz angebraten. Man
gibt die Zwiebeln zum Gelbrösten dazu, löscht mit Brühe ab und würzt den
"Pott". Das Fleisch muss 90 Minuten langsam schmoren, bis es weich
ist.
Man bindet die Sauce mit Paniermehl und schmeckt mit Zitronensaft, Bier und
Kapern würzig ab. Eine Prise Zucker macht den Potthast lieblich. Man serviert
ihn in einer Ragoutschüssel und streut grob gemahlenen Pfeffer darüber.
dazu isst man Salzkartoffeln und Gewürzgurken. Ein Bier als begleitendes
Getränk ist nicht zu verachten. |
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Pfefferpotthast
(aus der Chronik)
Der
Name bezeichnet die Art dieses Fleischesgerichtes. "Hast" weist auf
das Fleischstück hin. Pfeffer und Pott (Topf) geben den Aufschluss über
Geschmack und Zubereitungsart.
Wenn auch zum ersten Mal 1378 urkundlich in Dortmund erwähnt, ist das Gericht
mit Sicherheit viel älter. Von seiner Beliebtheit hat es in Westfalen bis
heute nichts eingebüßt. Schmeckt es doch würzig-scharf und verdient, mit
Salzkartoffeln und Gewürzgürkchen gereicht, das sprichwörtliche Lob:
"Das schmeckt nach mehr!"
Im Jahre 1378, so berichtet der Chronist, lebte eine gewisse Agnes von der
Vierbecke als angesehene Kaufmannsfrau Agnes Sudermann in Dortmund. Graf
Dietrich von Dinslaken, der, wie viele Ritter, Dortmund die Fehde angesagt
hatte, versuchte durch Mittelsleute und Verrat die schier uneinnehmbare Stadt
Dortmund in die Hand zu bekommen. So fing er also mit der verwitweten
Sudermann ein Verhältnis an und weihte sie in den Plan ein.
Am Sonntag nach Michaelis, damals der 4. Oktober, spannte Agnes Sudermann zwei
Wagen an und zog damit zum Wißstraßentor. In den ersten Wagen hatte sie Holz
geladen, in dem zweiten Wagen versteckte sie unter Planen, Heu und Stroh
Soldaten des Grafen. Vertraut mit den Stadtwachen, bat sie einen der Wächter,
ihr von den Fleischbänken "Hast" für einen Pfeffertopf zu
besorgen. Es solle sein Schaden nicht sein, er bekäme auch eine große
Portion des köstlichen Mahles ab.
Der Wächter nichtsahnend, tat ihr diesen Gefallen und ging zum Fleischmarkt.
Indessen stieg die Sudermann auf den Turm, gab mit einem Tuch den Feinden das
verabredete Zeichen und zog an der Kette, um das Fallgitter hochzuziehen.
Mit lautem Geschrei stürmten die Soldaten auf das Tor zu.
Was aber nicht bedacht worden war, das zweite Falltor bildete eine weitere
Barriere, und somit schlug der Anschlag fehl. Die Angreifer wurden von den
Wachen und der Bürgerwehr erschlagen. Die Rädelsführer und Hintermänner
enthauptete man am folgenden Tage. Agnes Sudermann band man auf ihren
Holzwagen und verbrannte sie bei lebendigen Leibe.
Der Sieg der Stadt Dortmund wurde mit einem üppigen Potthastmahl gefeiert.
Und vielfach werden auch heute noch offizielle Festlichkeiten der Stadt durch
ein Pfeferpotthastessen gekrönt. |
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