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erichte aus und mit Fleisch gab es nur, soweit man das Vieh dazu selber zog. Ganz
selten kaufte man es dazu. Damit der Vorrat aus der Hausschlachtung möglichst
lange anhielt, konservierte man ihn auf verschiedenste Arten. Sei es durch Einkochen in Weckgläser, durch
Pökeln oder durch Räuchern.
Frischfleisch vom Schwein oder Rind waren also mit einer vorangegangenen
Schlachtung verbunden. Allerdings vornehmlich zur Winterzeit. Im Sommer
brachten Tauben, Stallkaninchen oder Lämmer eine gewissen Abwechslung in den
Speiseplan.
rüher hielt sich jeder Bergmann des Ruhrgebietes seine Ziege,
"Bergmannskuh" genannt, und seine Kaninchen. Auch ein kleiner Garten
oder die Taubenzucht sorgten nach der schweren Arbeit "unter Tage"
für den nötigen Ausgleich an der frischen Luft. Die Erzeugnisse aus dem
Garten und die Kleintierhaltung waren eine Bereicherung für Mutters Küche.
Unten im Pütt tauschten die Kumpels beim "Dubbeln" (das war die
Brotpause, Dubbel = doppelte, d.h. zusammengeklappte Brotschnitten) auf der Gehzähekiste
so ihre Erfahrungen und Anregungen zu ihren häuslichen Arbeiten aus, was in
hohem Maße zum Zusammenhalt der Familien, zu freundschaftlicher Kameradschaft
und zu gutnachbarlichen Beziehungen beitrug.
berall dort, wo der Boden karg war, wo Heidekraut und Birken die Landschaft
charakterisierten, wie z.B. in der Senne, in der Tecklenburger Heide und in
einigen Teilen des Sauerlandes, hielt man bis vor ein paar Jahrzehnten noch
große Schafherden.
Sie verbissen nicht nur die Heide, sondern sie sorgten durch ihre Wolle
auch für warme Kleidung und durch ihr Fleisch für eine willkommene
Ergänzung im alltäglichen Speiseplan.
Die Schafherden wurden von einem Schäfer und seinem Hund betreut. Und wohl
jeder Heidehof hatte seine eigene Herde von 300 bis 400 Tieren. Besondere Tage
im Jahresablauf der Schäfer waren die Schertage, die im Mai und Juni
stattfanden und harte Arbeit abverlangten.
in gutes und kräftiges Essen, das mittags häufig aus Stutensoppen,
Rindfleisch mit Zwiebelsauce und Reispudding, nachmittags aus Korinthenstuten
mit Butter und Bohnenkaffee und abends aus Milchgrützen mit Schwarzbrot,
Rindfleisch und Kartoffeln bestand, waren, neben dem Lohn, Anerkennung und Dank
für die schwere Arbeit.
Im Herbst schlachte man 2 - 3 Tiere, um die Fleischvorräte aufzubessern. Da
kam es natürlich häufig vor, dass es nach dem Schlachten und solange der
Vorrat reichte, jeden Tag Hammelfleisch gab. Sei es Sonntags als Braten, sei
es als Bereicherung des Eintopfes oder gepökelt, getrocknet und geräuchert
als Aufschnitt zum Butterbrot.
esonders wenn der Hammel alt und das Fleisch leicht ranzig und intensiv
schmeckte, rief das nicht unbedingt Begeisterung bei den Familienmitgliedern
hervor. Die Hausfrau behalf sich dann, indem sie z.B. die Keulen für einige
Tage in eine Sauerbratenmarinade legte. |
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